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Alpaka Wolle kratzt? Was Sie dagegen tun können

Weiche Naturhaare wie Alpaka gelten als besonders angenehm auf der Haut. Trotzdem hört man gelegentlich das Gegenteil. Wir klären als Hersteller, woran das liegt und worauf Sie beim Kauf achten sollten.

arequipa alpaka decke detailfoto mit händen

Wenn Alpaka Wolle kratzt...

Alpaka Wolle kratzt deutlich seltener als die meisten anderen Wollarten, und doch taucht die Frage immer wieder auf. Wer einmal einen kratzigen Schafwollpullover getragen hat, ist verständlicherweise vorsichtig geworden. Bei Ritter Decken verarbeiten wir seit 1766 in achter Generation Naturhaare in Deutschland und kennen die Faser bis ins Detail. In diesem Ratgeber erfahren Sie, warum Alpaka so weich ist, wann es doch einmal kratzen kann und wie Sie das zuverlässig vermeiden.

Kratzt Alpakawolle wirklich

Die kurze Antwort lautet in aller Regel nein. Wenn Menschen fragen, ob kratzt Alpakawolle, denken sie meist an grobe Schafwolle aus früheren Zeiten. Alpaka gehört dagegen zu den weichsten Naturhaaren überhaupt und wird im Griff oft mit Kaschmir verglichen.

Der Grund liegt in der Oberfläche der Faser. Die feinen Schuppen liegen flacher und glatter als bei Schafwolle, sodass weniger Reibung auf der Haut entsteht und kaum etwas piekst. Genau dieser ruhige, weiche Griff macht Alpaka so beliebt für Decken und Plaids.

Hinzu kommt der natürliche Glanz der Faser, der für ein edles, glattes Hautgefühl sorgt. Weil die Oberfläche so eben ist, neigt gutes Alpaka zudem weniger zu Knötchen, sodass der weiche Eindruck über viele Jahre erhalten bleibt.

Trotzdem fällt die Antwort nicht in jedem Fall gleich aus, denn Alpaka ist nicht gleich Alpaka. Wie weich sich ein Stück anfühlt, hängt entscheidend von der Qualität der Faser ab.

Warum Alpaka so weich ist

Die Faserdicke in Mikron entscheidet

Wie weich sich eine Wolle anfühlt, hängt vor allem von der Faserdicke ab, gemessen in Mikron. Ein Mikron entspricht einem Tausendstel Millimeter. Als grobe Komfortgrenze gilt etwa 25 Mikron, denn Fasern darunter empfinden die meisten Menschen als weich, Fasern darüber eher als kratzig.

Alpaka bewegt sich mit rund 18 bis 30 Mikron in einem breiten Bereich. Die feinste Sortierung, das Baby Alpaka, erreicht etwa 19 bis 22,5 Mikron und kommt damit fast an die Feinheit von Kaschmir heran.

Neben der reinen Faserdicke spielt auch die Verarbeitung eine Rolle. Ein fein gesponnenes Garn und eine durchdachte Webkonstruktion bringen die weichen Eigenschaften erst voll zur Geltung, während eine sehr feste Spinnung dasselbe Haar etwas straffer wirken lässt. Feinheit und sorgfältige Verarbeitung gehören also zusammen.

Sortierung Faserdicke Griff
Baby Alpaka ca. 22,5 Mikron sehr fein und weich
Suri ca. 22,5 Mikron fein mit edlem Glanz
Feinspinning ca. 25,5 Mikron mittlerer Griff
Coarse 30 Mikron und mehr kräftiger, kann sich rauer anfühlen

Die Tabelle zeigt, worauf es ankommt. Je niedriger der Mikronwert, desto weicher fällt das fertige Stück aus.

Warum lanolinfrei nicht der Grund ist

Oft liest man, Alpaka sei weich, weil es lanolinfrei sei. Das greift zu kurz, denn die Weichheit entsteht durch die Feinheit der Faser und nicht durch fehlendes Wollfett.

Lanolin ist das Wollfett der Schafe. Alpaka enthält dieses Lanolin tatsächlich nicht, besitzt aber wie nahezu jedes Tierhaar einen natürlichen Talganteil. Wer also nur auf das Schlagwort lanolinfrei achtet, übersieht den eigentlich entscheidenden Punkt, nämlich die Mikronzahl.

Wann Alpaka Wolle kratzt trotzdem

Auch wenn Alpaka selten kratzt, gibt es Fälle, in denen Alpaka Wolle kratzt. Der häufigste Grund ist eine gröbere Qualität mit höherer Mikronzahl, etwa einfache Sortierungen jenseits der 30 Mikron, die über der Komfortgrenze liegen.

Manchmal sind es auch einzelne gröbere Grannenhaare, die in günstigeren Mischungen nicht vollständig aussortiert wurden. Sie sind dicker als der Rest und werden punktuell spürbar. Wer den Eindruck hat, dass kratzt Alpakawolle auf der Haut, spürt meist genau diese gröberen Anteile.

Dazu kommt das eigene Empfinden. Bei sehr trockener Haut im Winter reagieren manche Menschen empfindlicher, und ein brandneues Stück fühlt sich vor dem ersten Auslüften gelegentlich etwas fester an. Dass sich Alpaka Wolle kratzig anfühlt, muss also nicht allein an der Faser liegen.

Auch Rückstände von ungeeignetem Waschmittel oder ein zu fester Ausrüstungsgrad können ein Stück steifer wirken lassen, als es die Faser eigentlich ist. Ein straffer Griff ist nicht dasselbe wie eine kratzige Faser, und genau diese Unterscheidung hilft bei der Lösung.

Alpaka Wolle kratzt was tun

Wenn Alpaka Wolle kratzt was tun Sie am besten? Die gute Nachricht ist, dass sich ein kratziges Gefühl fast immer vermeiden oder nachträglich lösen lässt. Drei Hebel sind dabei entscheidend.

Auf Feinheit und Qualität achten

Der wichtigste Hebel ist die Auswahl. Greifen Sie zu einer feinen Sortierung wie Baby Alpaka und achten Sie auf die Mikronangabe oder fühlen Sie die Ware vorab an. Unsere Alpakadecken und das besonders feine Baby Alpaka Plaid sind gezielt auf einen weichen Griff ausgelegt.

Ein kostenloses Handmuster hilft Ihnen, den Griff vor dem Kauf in Ruhe zu prüfen. So vermeiden Sie Überraschungen und finden die Qualität, die sich für Sie richtig anfühlt.

Richtig waschen und schonend pflegen

Eine schonende, kühle Wäsche und regelmäßiges Auslüften machen die Faser geschmeidiger und nehmen einem neuen Stück die anfängliche Festigkeit. Heiße Wäsche und starkes Reiben bewirken dagegen das Gegenteil, weil sie die Oberfläche aufrauen und verfilzen.

Verwenden Sie dabei ein mildes Woll- oder Feinwaschmittel ohne aggressive Zusätze, denn günstige Vollwaschmittel können eine raue Schicht auf der Faser hinterlassen. Schon ein gründliches Lüften an der frischen Luft genügt oft, damit sich ein Stück deutlich weicher anfühlt als direkt nach dem Auspacken.

Tragen, kombinieren und auslüften

Nutzen Sie Alpaka als Decke oder Plaid am besten über einer dünnen Schicht, statt es direkt auf gereizter Haut aufzulegen. So genießen Sie die Wärme, ohne dass empfindliche Stellen unmittelbar mit der Faser in Kontakt kommen.

Lüften Sie ein neues Stück vor dem ersten Gebrauch gut aus, dann verschwindet ein erster fester Eindruck meist von selbst. Mit jeder Nutzung legt sich die Faser weiter und wird angenehmer.

Alpaka im Vergleich zu Schafwolle, Merino und Kaschmir

Im direkten Vergleich wird klar, warum Alpaka so angenehm ist. Während grobe Schafwolle mit 25 bis 45 Mikron häufig über der Komfortgrenze liegt, bewegen sich Alpaka, Merino und Kaschmir im feinen Bereich darunter.

Faser Typische Faserdicke Tragegefühl
Kaschmir 14 bis 19 Mikron sehr fein, sehr weich
Baby Alpaka 19 bis 22,5 Mikron sehr weich, fast wie Kaschmir
Merino 15 bis 24 Mikron fein, kratzt kaum
Alpaka grob bis 30 Mikron und mehr kräftiger im Griff
Schafwolle 25 bis 45 Mikron gröber, kann kratzen

Eine feine Merino-Wolldecke und eine gute Alpakadecke liegen im Tragegefühl nah beieinander. Klassische Schafwolle fällt dagegen spürbar kräftiger aus, was den verbreiteten Ruf der kratzigen Wolle erklärt.

Für den Kauf bedeutet das vor allem eines. Fragen Sie nach der Mikronangabe oder achten Sie auf die Kennzeichnung Baby Alpaka, statt sich nur auf Werbeworte zu verlassen. Wer die Faserdicke kennt, kann den Griff eines Stücks recht sicher einschätzen, noch bevor er es in den Händen hält.

Fazit

Alpaka Wolle kratzt in den allermeisten Fällen nicht, und entscheidend dafür ist die Feinheit der Faser, nicht ein Schlagwort wie lanolinfrei. Wer auf eine niedrige Mikronzahl achtet, zu Baby Alpaka greift und sein Stück schonend pflegt, genießt einen dauerhaft weichen Griff. Sollte ein Stück doch einmal kratzen, liegt es meist an einer groben Qualität oder einzelnen Grannenhaaren, die sich gezielt vermeiden lassen. Bei Fragen zur Auswahl oder für ein kostenloses Handmuster kontaktieren Sie uns gerne, wir beraten Sie persönlich.

Häufige Fragen rund um kratzende Alpakawolle

Kratzt Alpakawolle auf der Haut?

In der Regel nicht, da die feine, glatte Faser kaum Reibung erzeugt. Spürbar wird es meist nur bei gröberen Qualitäten über 30 Mikron oder einzelnen Grannenhaaren. Wer empfindlich ist, wählt am besten eine feine Sortierung wie Baby Alpaka.

Was kann ich tun wenn Alpaka Wolle kratzt?

Achten Sie auf eine feine Qualität mit niedriger Mikronzahl und lüften Sie neue Stücke vor dem ersten Gebrauch gut aus. Eine schonende, kühle Wäsche macht die Faser zusätzlich geschmeidiger. Als Decke hilft auch eine dünne Schicht zwischen Stoff und Haut.

Ist Baby Alpaka weicher als normale Alpakawolle?

Ja. Baby Alpaka bezeichnet die feinste Sortierung mit etwa 19 bis 22,5 Mikron und fühlt sich dadurch deutlich weicher an als gröbere Qualitäten, die 30 Mikron und mehr erreichen können. Der Name steht für die Feinheit, nicht für das Alter des Tieres.

Kratzt Alpaka mehr als Kaschmir?

Kaschmir ist mit 14 bis 19 Mikron meist noch etwas feiner als Alpaka und gilt als besonders weich. Hochwertiges Baby Alpaka liegt jedoch sehr nah daran und ist im Tragegefühl kaum zu unterscheiden.

Wird Alpaka mit der Zeit weicher?

Ja, in gewissem Rahmen. Durch regelmäßiges Auslüften, schonende Pflege und das Tragen legt sich die Faser und fühlt sich nach kurzer Eingewöhnung oft weicher an als am ersten Tag. Die grundlegende Feinheit der Faser bleibt dabei erhalten und sorgt weiterhin für den angenehmen Griff.

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