Lama und Alpaka im direkten Vergleich
Auf den ersten Blick sehen sie sich zum Verwechseln ähnlich. Doch zwischen Lama und Alpaka liegen Welten, vor allem wenn es um die Qualität der Wolle geht. Welches Tier hinter Ihrer Naturhaardecke steckt, erfahren Sie hier.

Lama Alpaka Unterschied und warum es für Ihre Decke wichtig ist
Der Lama Alpaka Unterschied beschäftigt nicht nur Tierfreunde, sondern auch alle, die sich für hochwertige Naturhaardecken interessieren. Beide Tiere stammen aus Südamerika und gehören zur Familie der Kameliden, doch ihre Fasern könnten unterschiedlicher kaum sein. Bei Ritter Decken arbeiten wir seit Jahrzehnten mit Alpakawolle und wissen aus Erfahrung, welchen Einfluss die Faserqualität auf Griff, Wärme und Langlebigkeit einer Decke hat.
Wer eine Naturhaardecke kauft, sollte wissen, was hinter dem Material steckt. Alpakawolle und Lamawolle unterscheiden sich grundlegend in Feinheit, Weichheit und Einsatzmöglichkeiten. Diese Unterschiede wirken sich direkt auf den Schlafkomfort und die Haptik Ihres Wohnzubehörs aus.
In diesem Artikel erklären wir Ihnen die wesentlichen Merkmale beider Tiere, vergleichen ihre Fasern und zeigen, warum Alpakawolle in der Deckenherstellung eine besondere Rolle spielt. So können Sie beim nächsten Deckenkauf eine fundierte Entscheidung treffen.
Lama Alpaka Unterschied auf einen Blick
Herkunft und Verwandtschaft der beiden Kamelarten
Lamas und Alpakas sind eng miteinander verwandt und stammen beide aus den Hochanden Südamerikas. Dort wurden sie vor etwa 5.000 bis 6.000 Jahren von den Inka domestiziert. Während das Lama vom Guanako abstammt, geht das Alpaka auf das wild lebende Vikunja zurück, das für sein besonders feines Fell bekannt ist.
Beide Tierarten gehören zur Ordnung der Paarhufer und zur Familie der Kameliden, zu der auch Dromedare und Trampeltiere zählen. Trotz der gemeinsamen Abstammung haben sich Lama und Alpaka über Jahrtausende in unterschiedliche Richtungen entwickelt, sowohl körperlich als auch in Bezug auf ihre Faserqualität.
Die wichtigsten äußerlichen Merkmale
Der augenfälligste Unterschied zwischen Lama und Alpaka ist die Körpergröße. Lamas erreichen eine Schulterhöhe von rund 1,2 Metern und wiegen zwischen 120 und 180 Kilogramm. Alpakas sind deutlich zierlicher mit etwa 0,9 Metern Schulterhöhe und einem Gewicht von 55 bis 65 Kilogramm.
| Merkmal | Lama | Alpaka |
|---|---|---|
| Schulterhöhe | Ca. 1,2 m | Ca. 0,9 m |
| Gewicht | 120 bis 180 kg | 55 bis 65 kg |
| Ohren | Lang, bananenförmig gebogen | Kurz, gerade, spitz |
| Gesicht | Lang und schmal | Kurz und flach |
| Körperbau | Schlank, langbeinig | Kompakt, rundlich |
| Fell | Zweischichtig, grob | Einheitlich, dicht, fein |
Am einfachsten erkennen Sie den Unterschied an den Ohren. Lamas tragen lange, nach innen gebogene Ohren, die an eine Bananenform erinnern. Alpakas hingegen haben kurze, aufrecht stehende Ohren mit spitzem Zulauf. Auch die Gesichtsform verrät viel: Alpakas wirken durch ihr kurzes, rundes Gesicht deutlich flauschiger.
Wolle und Faserqualität im Vergleich
Alpakawolle und ihre besonderen Eigenschaften
Alpakawolle zählt zu den edelsten Naturfasern weltweit. Die Feinheit liegt je nach Qualität zwischen 18 und 25 Mikron, vergleichbar mit Kaschmir. Die Faser ist von Natur aus weich, glatt und enthält kaum Lanolin, was sie besonders hautverträglich macht. Menschen mit empfindlicher Haut oder Wollallergien vertragen Alpakawolle in der Regel deutlich besser als Schafwolle.
Ein weiterer Vorzug ist die Hohlstruktur der Alpakafaser. Diese winzigen Luftkammern sorgen für eine hervorragende Wärmeisolierung bei gleichzeitig geringem Gewicht. Alpakadecken wärmen daher spürbar, ohne schwer auf dem Körper zu liegen. Zudem reguliert die Faser Feuchtigkeit und verhindert so ein Hitzestau unter der Decke.
Die feinsten Fasern stammen von jungen Alpakas oder von der Rasse Suri, deren seidig glatte Locken besonders begehrt sind. Baby-Alpaka-Plaids bestehen aus der Erstschur und gelten als die weichste Qualitätsstufe.
Lamawolle und ihre typischen Einsatzbereiche
Lamawolle ist deutlich gröber als Alpakawolle und bewegt sich in einem Bereich von 25 bis 40 Mikron. Das Fell des Lamas ist zweischichtig aufgebaut: Außen liegen lange, raue Deckhaare, die als Wetterschutz dienen. Darunter befindet sich ein feineres Unterhaar, das durchaus weich sein kann, aber in der Gesamtmenge nur einen kleinen Anteil ausmacht.
Aufgrund dieser groben Struktur eignet sich Lamawolle weniger für Decken oder Bettwaren, die direkt auf der Haut liegen. Ihr Einsatzgebiet liegt eher bei Teppichen, Seilen, robusten Outdoor-Textilien und dekorativen Webarbeiten. Für den Schlafbereich und hochwertige Wohndecken greifen Hersteller deshalb fast ausschließlich auf Alpakawolle zurück.
Die Verarbeitung von Lamawolle erfordert zudem mehr Aufwand, da die groben Deckhaare mühsam von den feinen Unterhaaren getrennt werden müssen. Dieses Sortieren verteuert den Prozess, ohne die Faserqualität von Alpakawolle zu erreichen.
Charakter und Temperament der Tiere
Neben den körperlichen Unterschieden zeigen Lamas und Alpakas auch ein sehr verschiedenes Verhalten. Alpakas sind ausgeprägte Herdentiere, die sich in der Gruppe am wohlsten fühlen. Sie gelten als sanftmütig, neugierig und eher zurückhaltend gegenüber Menschen. Ihr ruhiges Wesen macht sie zu beliebten Begleitern in der tiergestützten Therapie.
Lamas verhalten sich dagegen eigenständiger und territorialer. Sie übernehmen in gemischten Herden oft die Rolle des Beschützers und verteidigen kleinere Tiere wie Schafe oder Alpakas gegen Raubtiere. Diese Schutzfunktion ist in Südamerika seit Jahrhunderten bekannt und wird auch in Europa zunehmend genutzt.
Das verbreitete Klischee vom spuckenden Tier trifft übrigens auf beide Arten zu, allerdings spucken Alpakas deutlich seltener als Lamas und richten ihr Spucken fast ausschließlich gegen Artgenossen bei Futterstreitigkeiten. Im Umgang mit Menschen kommt Spucken bei gut sozialisierten Tieren so gut wie nicht vor.
Wofür werden Lamas und Alpakas gehalten?
Alpakas als Wolllieferanten
Alpakas werden seit Jahrtausenden primär wegen ihrer Wolle gezüchtet. Die Inka schätzten Alpakawolle so sehr, dass sie als "Faser der Götter" galt und dem Adel vorbehalten war. Heute werden weltweit rund vier Millionen Alpakas gehalten, der Großteil davon in Peru, Bolivien und Chile. Die beiden Hauptrassen sind Huacaya mit ihrem dichten, lockigen Vlies und Suri mit langen, seidigen Faserbündeln.
Auch in Deutschland wächst die Alpaka-Haltung stetig. Immer mehr Betriebe züchten Alpakas für Faserproduktion, Therapieeinsätze und Wanderungen. Die gewonnene Wolle wird zu Garnen, Decken, Schals und Bekleidung verarbeitet.
Lamas als Last- und Schutztiere
Das Lama wurde historisch als Lasttier in den Hochanden eingesetzt und konnte bei Höhenlagen von über 4.000 Metern bis zu 40 Kilogramm tragen. Diese Belastbarkeit machte es zum wichtigsten Nutztier der Inka-Kultur. Heute finden Lamas ihren Einsatz vor allem im Trekking, als Herdenschutztiere und in der Therapie.
Die Wollgewinnung spielt beim Lama eine untergeordnete Rolle. Zwar liefert ein Lama pro Schur etwa 2 bis 3 Kilogramm Faser, doch der hohe Anteil an grobem Deckhaar schränkt die textile Verwertbarkeit erheblich ein. Für die Herstellung feiner Decken und Bettwaren bleibt das Alpaka daher die erste Wahl.
Warum Alpakawolle für Decken besonders geeignet ist
Wärme ohne Gewicht
Alpakadecken vereinen zwei Eigenschaften, die sich bei anderen Materialien oft ausschließen: Sie wärmen intensiv und bleiben dennoch leicht. Die hohle Faserstruktur speichert Körperwärme in kleinen Luftkammern und gibt sie gleichmäßig ab. Eine Alpakadecke wiegt spürbar weniger als eine vergleichbar warme Decke aus Schafwolle, ohne an Wärmeleistung einzubüßen.
Dieser Vorteil zeigt sich besonders im Schlafbereich. Wer nachts unter einer schweren Decke unruhig schläft, profitiert von einer Alpaka-Bettdecke, die Wärme bietet, ohne zu belasten. Der Temperaturausgleich funktioniert in beide Richtungen: Bei Wärme leitet die Faser überschüssige Hitze ab, bei Kälte isoliert sie zuverlässig.
Hautverträglichkeit und Allergikerfreundlichkeit
Alpakawolle enthält im Gegensatz zu Schafwolle fast kein Lanolin. Dieses Wollfett ist häufig der Auslöser für Juckreiz und allergische Reaktionen bei empfindlichen Personen. Durch den geringen Lanolingehalt eignen sich Alpakadecken auch für Allergiker und Menschen mit sensibler Haut. Mehr über die Vorteile von Naturhaardecken haben wir in einem eigenen Beitrag zusammengefasst.
Die glatte Faseroberfläche trägt zusätzlich dazu bei, dass Alpakawolle nicht kratzt. Selbst bei direktem Hautkontakt fühlt sich das Material angenehm weich an. Unsere Decken werden zudem stichprobenartig vom Bremer Umweltinstitut auf Schadstoffe geprüft und ohne Weichmacher oder synthetische Hilfsmittel hergestellt.
Pflege von Alpakadecken und Alpakabettwaren
Alpakadecken sind erfreulich pflegeleicht. In den meisten Fällen genügt es, die Decke regelmäßig an der frischen Luft auszulüften. Die natürliche Faserstruktur nimmt Gerüche kaum auf und regeneriert sich durch Frischluft und leichte Bewegung. Häufiges Waschen ist weder nötig noch empfehlenswert, da es die feinen Fasern strapaziert.
Wenn doch einmal eine Wäsche erforderlich ist, empfehlen wir Handwäsche bei maximal 30 Grad mit einem milden Wollwaschmittel. Im Anschluss die Decke vorsichtig in ein Handtuch einrollen, um überschüssiges Wasser aufzunehmen, und flach liegend trocknen lassen. Ausführliche Hinweise zur richtigen Pflege finden Sie in unseren Pflegehinweisen.
Für die Aufbewahrung empfiehlt sich eine atmungsaktive Baumwollhülle statt Plastikfolie. Legen Sie bei längerer Lagerung natürlichen Mottenschutz wie Lavendelsäckchen oder Zedernholz bei. So bleibt Ihre Alpakadecke über viele Jahre in bestem Zustand. Alles rund um den Rohstoff Alpaka können Sie in unserem Wissensbereich nachlesen.
Häufige Fragen zum Unterschied zwischen Lama und Alpaka
Sind Lamas und Alpakas die gleiche Art?
Nein. Lamas und Alpakas gehören zwar beide zur Familie der Kameliden, sind aber unterschiedliche Arten mit verschiedenen Vorfahren. Das Lama stammt vom Guanako ab, das Alpaka vom Vikunja. Sie können sich zwar untereinander kreuzen, gelten aber zoologisch als eigenständige Spezies.
Welches Tier hat die bessere Wolle?
Für Textilien, die auf der Haut getragen oder als Decke genutzt werden, ist Alpakawolle die bessere Wahl. Sie ist feiner (18 bis 25 Mikron), weicher und hautverträglicher als Lamawolle (25 bis 40 Mikron). Lamawolle eignet sich eher für robuste Anwendungen wie Teppiche oder Outdoor-Textilien.
Spucken Alpakas wirklich?
Ja, allerdings deutlich seltener als allgemein angenommen. Alpakas spucken fast ausschließlich untereinander, zum Beispiel bei Rangstreitigkeiten am Futtertrog. Im Umgang mit Menschen spucken gut sozialisierte Alpakas praktisch nie. Lamas setzen das Spucken häufiger und gezielter ein, auch zur Verteidigung ihres Reviers.
Was ist der Unterschied zwischen Alpaka und Lama Wolle?
Alpakawolle ist gleichmäßig fein, weich und nahezu frei von Lanolin. Die Faser hat eine hohle Struktur, die hervorragend isoliert und Feuchtigkeit reguliert. Lamawolle ist zweischichtig mit grobem Deckhaar und feinerem Unterhaar. Nur das Unterhaar lässt sich textil verarbeiten, was den Ertrag pro Schur deutlich reduziert.
Fazit
Der Unterschied zwischen Lama und Alpaka zeigt sich nicht nur in Größe, Ohrenform und Temperament, sondern vor allem in der Qualität der Wolle. Für hochwertige Naturhaardecken und Bettwaren ist Alpakawolle dank ihrer Feinheit, Leichtigkeit und Hautverträglichkeit das überlegene Material. Lamawolle hat ihre Stärken in robusten Anwendungen, erreicht aber nicht die Weichheit und den Tragekomfort von Alpakafasern. Wenn Sie eine Alpakadecke in die Hand nehmen möchten, bevor Sie sich entscheiden, senden wir Ihnen gerne ein kostenloses Muster zu. Sprechen Sie uns einfach an.
